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   Wozu ein Messer beim Paddeln? 
 
Jeder Gurt und jede Leine, so nötig wir sie beim Paddeln auch brauchen, bringt auch die Gefahr des Hängenbleibens mit sich.
Beispiele aus der Praxis haben die Notwendigkeit eines Messers bewiesen:
 
  • Ein Schwimmer bleibt mit der Spritzdeckenschlaufe im Astwerk hängen.
  • Ein gekenterter Canadierfahrer verwickelt sich in seiner Heckleine.
  • Bei Wurfsackübungen verfängt sich ein Schüler unter Wasser in einem Seil.
  • Ein Schlauchbootfahrer kann sich nach einem Flip nicht aus seinen Fußschlaufen befreien.

Fälle wie diese kommen zum Glück nur äußerst selten vor, doch bei allen genannten Beispielen konnte mit einem Messer jedesmal schlimmerer Schaden verhindert werden. Allen Fahrtenleitern, Kanulehrern und anderen umsichtigen Fahrern sei deshalb die Mitnahme eines geeigneten Messers empfohlen
(In den USA, einem Land mit langer Rafting-Erfahrung, ist die Mitnahme eines Messers für den Bootsführer Vorschrift!)

Der Umgang mit dem Messer am Wasser erfordert aber auch größte Umsicht, Erfahrung und eine gewisse Reife.

Von einer Gruppe Blödmänner mit Messern ist am Fluss mindestens ebenso großer Abstand geboten wie in der Fußgängerzone.
Doch auch für besonnene Zeitgenossen ist der richtige Umgang mit einem scharfen Messer nicht einfach: Zeitdruck, übereifrige Kameraden, starke Strömung, schlechte Standposition oder glitschiger Untergrund erfordern größte Vorsicht.

Es liegt in der menschlichen Natur, vorhandene Werkzeuge im Notfall auch einsetzen zu wollen. Nicht immer verbessert sich die Situation dadurch, gerade bei Notfällen ist deshalb Besonnenheit geboten. Wer ein Messer trägt, muss sich vor dessen Einsatz genau überlegen was er tut und welche Konsequenzen sein Handeln haben wird. Situationen, bei denen ein Messer nötig ist, sind zum Glück sehr selten.
Trotzdem ist es sinnvoll, sich für diese seltenen Notfälle zu rüsten.
 

Olli Dose, Safety-Instructor und Guide mit vielen Jahren internationaler Rafting-Erfahrung hat sich für ein feststehendes Messer entschieden und trägt es am Schulterträger seiner Weste. So hat er es immer griffbereit und trotzdem sicher verstaut.
 
Welches Messer?
Bewährt haben sich sowohl Messer mit feststehender Klinge als auch Klappmesser mit Einhandbedienung.
Die feststehende Klinge ist schneller im Einsatz und meist auch stabiler. Wenn bei einem ernsten Raft-Unfall ein großes Loch ins Raft geschnitten werden muss kann dies ein entscheidender Vorteil sein. Deshalb führen Raft-Guides meist feststehende Messer mit sich (Ein Guide prahlt damit jedoch nie vor seinen Passagieren herum)
Allerdings lassen sich feststehende Messer schlechter transportieren oder gefahrlos wegpacken. Hier liegen dann die Vorteile eines Klappmessers.
 
Absolute Bedingung für ein Klappmesser ist jedoch eine Möglichkeit zu Einhandbedienung und eine 100%ig zuverlässige Sicherung gegen ungewolltes Einklappen beim Gebrauch (Ein Messer, das überraschend einklappt, wird üble Verletzungen bewirken)
Das Messer kann wie im Bild oben mit einem Karabiner gegen Verlust gesichert sein, oder mit einer ca. 60cm langen Kordel. Die ist für kleine Alltagsarbeiten lange genug und kann im Ernstfall schnell gekappt werden.
Noch vor einigen Jahren benutzte man spitze Klingen, doch abgerundete Spitzen sind sicherer im Gebrauch und werden sich durchsetzen.
Die Klinge eines modernen Rettungsmessers hat im hinteren Bereich Wellenschliff und vorne glatten Schliff.
Ein gutes Messer ist klein und handlich beim Transport. Trotzdem ist es groß genug für einen sicheren Griff beim Einsatz.
Eine auffällige Griff-Farbe hilft gegen Verlust.

Ein Messer muss im Notfall sofort griffbereit sein. Es hat keinen Sinn, es irgendwo im Boot verpackt zu haben.
 
 
Meist werden Messer in einer speziellen Tasche vorne an der Schwimmweste untergebracht.
Beim Einsatz Ruhe bewahren und möglichst auf sicheren Stand achten. Schnittrichtung immer vom Körper weg, so dass beim eventuellen Abrutschen eigene oder Verletzungen anderer ausgeschlossen sind.

  Pflege und Lagerung
Sogenannter "Rostfreier Stahl" ist nicht unbedingt wirklich rostfrei, deshalb das Messer trocknen und Klinge samt Gelenk regelmäßig ölen. Das Messer nicht bei den nassen Paddelsachen aufbewahren.

Tipp:
Ein Streifen farbige Reflexfolie auf dem Griff kann beim Finden unter Wasser oder im hohen Gras helfen.

Fallen Rettungsmesser unter das Waffengesetz oder nicht?
Der amtliche Feststellungsbescheid links kann beim Grenzübertritt oder bei Diskussionen mit der Obrigkeit nützlich sein. Aber Vorsicht: Wunder sind weder beim Verhandeln mit aufgebrachten
Carabinieri noch bei der Handgepäckkontrolle am Flughafen zu erwarten!
(Zum Download hier oder auf das Bild klicken - 1,3 MB Printfile)
 
Alle Bilder dieser Seite und der Text sind copyright Horst Fürsattel 2004
Stand dieser Informationen: 25.10.2004
 

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