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Kajakfahrer gegen Staudämme im Ötztal
 
 
Das 1. Ötztaler Kajakfestival 2005 vom 25. bis 26. Juni war in allen Belangen ein voller Erfolg. Über 400 Paddler aus zehn Nationen trafen sich auf dem Campingplatz in Huben, um friedlich gegen die Großkraftwerkspläne der TIWAG zu protestieren und den Bewohnern des Ötztals in ihrem Kampf gegen eine irreparable Naturzerstörung den Rücken zu stärken.
Am Samstag wurde zunächst auf den diversen Abschnitten der Ötztaler Ache gepaddelt. Während andernorts in den Nordalpen so ziemlich jeder Fluss von der Energiewirtschaft in Ketten gelegt ist, finden Kajakfahrer auf der Ötz noch pures Wildwasservergnügen wie vor 100 Jahren, als erste Faltbootpioniere die Flüsse Tirols erkundeten.
 
Gegen 17 Uhr trafen sich die sichtlich zufriedenen Kajakfahrer wieder auf dem Campingplatz in Huben, um sich bei Freigetränken und Grillspezialitäten für die abendlichen Aktionen in Sölden zu stärken.
 

Bernhard Mauracher
 
  Um 21 Uhr eröffnete dort der Mitorganisator Bernhard Mauracher vor 600 Zuschauern das offizielle Programm mit einem Vortrag über die ökologischen Folgen von Wasserkraftwerken am Beispiel des Zillertals. Anschließend wurde der mehrfach preisgekrönte Film »Ötztal – Im Reich des wilden Wassers« gezeigt, bevor um 22.30 Uhr 75 Kajakfahrer zur Protestfahrt auf der Ache durch Sölden starteten.
Erleuchtet nur vom Schein ihrer wasserfesten Fackeln und lautstark angefeuert von vielen hundert Zuschauern, bot sich ein Schauspiel, dessen emotionale Wirkung kaum größer hätte sein können.
Dass Kajakfahrer und Organisatoren ihr Pulver damit jedoch keinesfalls verschossen hatten, bewiesen sie am Sonntag, als bei bestem Wetter insgesamt 250 Kajakfahrer im Pulk durch den Ortskern Söldens trieben. Diesmal hielten sie weder Paddel noch Fackel in den Händen, sondern Plakate, die den Schutz der Ache vor einer fragwürdigen Energiepolitik forderten.   

Olaf Obsommer 
 
Wer nach dieser eindrucksvollen Demo einmal selbst erleben wollte, warum Paddler ihr letztes Hemd für einen frei fließenden Wildfluss geben, konnte bei kostenlosen Passagierfahrten im Zweierkajak oder auf dem Schlauchboot den Reiz dieses elementaren Naturerlebnisses am eigenen Leib spüren. Die Rafts und Kajaks waren ständig unterwegs.
 

Sensationelles Spektakel: Nachtfahrt mit Fackeln und Kajaks durch Sölden im Ötztal
Foto: Matthias Breuel

Die Fakten zum 1. Ötztaler Wildwasserfestival:

Medien vor Ort:
ORF, Kronenzeitung, Tiroler Tagesblatt, KANUmagazin, www.kajak.at, www.soulboater.com.

Teilnehmende Nationen:
Österreich, Schweiz, England, Irland, Schottland, Italien, Australien, Deutschland, Holland und Tschechien.

Befahrungen der Ötztaler Ache im Rahmen des Festivals: ca. 2000

Organisatoren: Olaf Obsommer und Bernhard Mauracher

Spenden: 1800€ Spenden, 200 Protest-T-Shirts, 700 Liter Bier, 600 Würstchen. 50 Kg Geschnetzeltes.

Kontakt: www.big-o-productions.com

Infos zur den Kraftwerkplänen: www.dietiwag.org

Wir bedanken uns herzlich bei allen, die mit viel Einsatz zum Erfolg dieser wunderbaren Veranstaltung beigetragen haben, sowie den großzügigen Spendern, um das 1.Ötztaler Kajakfestival überhaupt zu ermöglichen.
Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr.
         Bernhard Mauracher und Olaf Obsommer



Text: Pressemeldung der Veranstalter vom 27.06.2005
Bilder: Unbekannt, aus Fundus der Veranstalter (1x Matthias Breuel)

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