Startseite » People Liste
O  
Jan-Henning Wyen 
 

Norwegen. (Foto: Christian Minkus)
 
In den vergangen zwei Jahren hatte ich die Gelegenheit, ausgiebig zum Paddeln unterwegs zu sein. Dabei ging es zunächst nach Frankreich, nach Norwegen und im Winter 2004/2005 dann mit nach Chile. Frühjahr, Frühsommer und Herbst wurden von den Alpen beherrscht. Endlich kam ich in den letzten Jahren auch wieder in den Genuss, in Salzkammergut und Karwendel erfolgreich zu sein. Im Herbst ergab sich außerdem die Gelegenheit, bei schönem Wasserstand die Wellerbrücke zu befahren. Schließlich konnte ich im vergangenen Winter einmal an den Achstürzen der Ötz angreifen. Auch wenn ich dabei vor vielem noch zurückschreckte und der Verschleiß an Mann und Material beachtlich war, war es ein tolles Erlebnis. Überhaupt ist jeder Tag auf dem Wasser eine Erfahrung.

Ein Faszinosum am Bootfahren ist ja, dass es einen aus unerfindlichen Gründen niemals langweilt. Manchmal macht es einen fertig, meistens macht es einen glücklich, aber anöden tut es einen nie.

Im Juni 2005 konnte ich am ersten Extreme Race auf dem Coruh im Kacgar-Gebirge ganz im Osten der Türkei teilnehmen. Das Rennen war in der Türkei ein wahrhaftiges Medienevent. Wohl alle, die dabei waren können auf ein einzigartiges Erlebnis zurückblicken. Der Sommer 2005 geht als Norwegen-Sommer in die Aufzeichnungen ein: Mit ein paar Freunden habe ich mich wieder auf den Weg in den hohen Norden gemacht. Wir hatten einige Wochen Zeit, es krachen zu lassen.

Die nachfolgenden Bilder aus Norwegen zeigen ein wenig von dem, was uns dabei das Herz höher schlagen und bisweilen in die Hose rutschen ließ. Vielleicht schaffen sie es, stellvertretend etwas von den in der Zwischenzeit gemachten Abenteuern zu vermitteln.
 

In der begründeten Hoffnung, das kleine Fenster in der Walze zu erwischen. Eingang zu "Morning Glory", Raundalselva
(Boater: J.-H.-Wyen; Foto: Moritz Kahnert)

 

Mit Zambezi-Anklängen: Der Numedalslagen. (Boater: J.-H. Wyen; Foto: Moritz Kahnert)
 

Psychodelisch beleuchteter Rastpunkt im längsten Straßentunnel der Welt. (Foto: Moritz Kahnert)
  
Neu gewonnene und bestätigte Erkenntnisse betreffend Reisen und Kajakfahren seit dem letzten Eintrag: 
  • Man kann es schaffen, 26 Stunden durch die Türkei zu cruisen, ohne irgendwo anzukommen.
  • Das Prinzip der Motorbremse hat sich noch nicht überall rumgesprochen.
  • Egal wie lange es dauert, man kommt doch irgendwie an.
  • Egal wie knapp es ist, man bekommt doch noch jedes Flugzeug.
  • Man verpasst sein Flugzeug, wenn man es vergisst.
  • Auf Rückflügen kommt mein Gepäck weiterhin aus unerfindlichen Gründen nicht mit.
  • Man sollte sich auf der Mittleren Ötz nicht quer und gekentert vor einen Felsen treiben lassen.
  • Man sollte über jemanden, dem das passiert ist nicht lachen, sonst passiert einem dasselbe.
  • Man kann sich am eigenen Süllrand zwei Rippen brechen, wenn man sich nur blöd genug anstellt.
  • Gebrochene Rippen können einem das Bootfahren nachhaltig zur Hölle machen.
  • Pisco Sour hilft in diesem Fall auch nicht viel.
  • Der Futaleufu ist ein absoluter Traumfluss.
  • Chile ist zum Bootfahren einfach nur geil.
  • Kinderfahrrad-Battles unter Paddlern können es in sich haben (Video hier).
  • Die Ulvaa unterhalb des Standardausstiegs ist nicht der richtige Ort für Stunts und Spielchen.
  • Merkwürdigerweise ist es immer Stefan Motz mit seinem Seil, der mich irgendwo rauszieht.
  • Die Platte oberhalb des Wasserfalls am Zinkenbach ist sehr glatt, verdammt glatt sogar.
  • Die Ärzte im Uniklinikum Salzburg helfen in diesem Fall bereitwillig aus.
    - Auch bei der 1000. Fahrt lernt man noch dazu.
  • Norwegen ist zum Bootfahren einfach das Dorado schlechthin.
  • Etwas besseres als Kajakfahren kann ich mir momentan gar nicht denken.

Ulvaa unterhalb des Standardausstiegs. (Boater: J.-H. Wyen; Foto: Christian Minkus)
 


Kritisches Abwägen auf der Ulvaa, nachdem ich an derselben Stelle 2004 gepatzt habe. 
(unentschlossener Boater: J.-H. Wyen; Foto: Christian Minkus)
 


Im Kernstück der Sogndalselva wartete diese traumhafte Dreierkombination. 
(Boater: J.-H. Wyen; Foto: Christian Minkus)
 

Camp mit Aussicht. (Foto: Moritz Kahnert)
 

Friendship, what a bliss. Die gemütliche Seite eines jeden Kajaktrips.
(Bernie Jekat, J.-H. Wyen; Foto: Moritz Kahnert)
 
Ausblick:
Für die kommenden Jahre sind schon einige Projekte in der Pipeline, die Karten liegen bereits ausgebreitet in meinem Zimmer.

Ich meine außerdem, dass wir Paddler uns mehr denn je ganz energisch dafür einsetzen müssen, dass uns
auf Dauer nicht das Wasser abgegraben wird. Dieser Sommer hat gezeigt, dass wir zusammen etwas bewegen können. Aus dieser Erfahrung sollten wir weitere Motivation schöpfen und alle verfügbaren Kräfte mobilisieren.

Jan-Henning Wyen,
April 2006

(Zum 2003er Profile von Jan-Henning geht's hier)
  

  Startseite » People Liste
O